Willy Wiedmann hat hier die Bücher der vier großen und zwölf kleinen Propheten zusammengefasst. Die Bilder dokumentieren Sprüche und die Erzählung von Zeichenhandlungen prophetischer Autoritäten. Die Menschen sahen sie als Sprachrohr Gottes, weil sich ihre Prognosen immer wieder bewahrheitet hatten. Die Erzählungen wurden gesammelt ständig aktualisiert, so dass sie jeweils auf die aktuelle Situation des Volkes angewandt oder gedeutet werden konnten. Mit der Zeit wurden sie dadurch immer immer uneindeutiger, verworrener und vielschichtiger. Das zeigt auch Wiedmanns Darstellung in einigen Teilen dieses Buches: In den Klageliedern, aber auch in Jeremia und Ezechiel, verarbeiten die israelitischen Eliten die Erfahrungen der Wirren um die Vernichtung ihres Staates und ihre Zwangsexilierung durch die Siegermacht.